Geld für neue 5G Mobilfunkantennen

Zahlungen für zusätzliche 5G Antennen an Hauseigentümer

Die Konzessionen für 5G haben sich die Mobilfunkabieter Millionen kosten lassen. Nur drängen sie darauf, das neue Mobilfunknetz 5G auszubauen. Der Zielkonflikt: Entweder muss dazu die Sendeleistung einzelner Antennen erhöht werden. Oder aber es müssen mehr Antennen gebaut werden.

Die Swisscom macht kein Geheimnis daraus, dass sie Technologieführer sein will. Der Mobilfunkanbieter tritt aufs Gaspedal und möchte, dass die Bevölkerung möglichst bald von 5G profitieren kann. Dazu braucht es in erster Linie neue Antennenstandorte. Denn die Grenzwerte lassen sich nur schwer kurzfristig erhöhen.

Installation einer 5G-Antenne. Foto: Kassensturz Screenshot.

Zahlung für neue Antennen

Doch wohin mit den neuen Antennen? Auch Sunrise geht dabei einen Weg, der nicht neu ist: Hausbesitzern wird eine hohe Geldsumme geboten, damit diese ihr Dach für die Antennen zur Verfügung stellen. In einem belegten Fall bot Sunrise einem Hausbesitzer 120 000 Franken als einmalige Zahlung für einen Mobilfunkmast. Das verunsichert die Bevölkerung und bringt Hausbesitzer in Entscheidungsnot. Das viele Geld auf der einen Seite – die Ablehnung der Bevölkerung auf der anderen. Diese sammelt wie damals bei Einführung von 3G in Form von Petitionen Unterschriften gegen neue Bauvorhaben der Mobilfunkindustrie.

Geltende Gesetze

Die Behörden beziehen sich dabei auf geltende Gesetze. Sind diese eingehalten, kann ein neuer Mobilfunkmast nicht verhindert werden – auch Einsprachen haben dann keine Chance. Einen Schritt in die richtige Richtung macht die Gemeinde Ostermundigen (BE). Sie hat ein Antennenreglement mit einem Zonenplan. Dieser sagt, wo Antennen erwünscht sind und wo nicht. Wildwuchs soll damit verhindert werden.

Damit dämmt die Gemeinde den Elektrosmog gezielt ein und hält Antennen unmittelbar vom Wohnraum mit hoher Bevölkerungsdichte fern. Menschen im Umfeld von Antennen reagieren zunehmend elektrosensibel. Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schlaflosigkeit sind nur einige der Symptome, die mit elektromagnetischer Strahlung zusammenhängen können. Fachleute sehen sich vermehrt mit Anfragen konfrontiert, die Strahlung abzuschirmen.

Kleinzellen oder Beamforming-Antennen

In Zukunft mit eine Rolle bei der Standortwahl von Mobilfunkantennen spielen dürften sogenannte «Kleinzellen» oder «intelligente Beamforming-Antennen». Diese können über ihre Steuerungstechnik die Signale gezielt aussenden. Sie werden vor allem in Ballungszentren eingesetzt, wo viele Menschen wohnen und sich aufhalten. Also zum Beispiel in Innenstädten.

Die Sendeleistung dieser Antennen ist geringer als jene herkömmlicher Mikrozellen oder gar grosser Mobilfunkmasten. Ein Kleinzellennetz setzt die Nutzer zwei- bis zehnmal weniger Strahlung aus als eine klassische Antennenstruktur.

Aktualisiert: Januar 2021