IBES - Leben ohne Elektrosmog

Alzheimer-Studie

Forscher der Universität Bern haben in einer Studie Hinweise darauf gefunden, dass das Wohnen in der Nähe einer Hochspannungsleitung das Risiko erhöhen könnte, an Alzheimer zu erkranken. Dies schreibt die Universität in einer Pressemitteilung. Die Studie ist in der Fachzeitschrift «American Journal of Epidemiology» erschienen.

Die Forscher analysierten die Ursachen von Todesfällen in der Schweiz. Für Personen, die länger als 15 Jahre in einem Umkreis von 50 Meter um eine Hochspannungsleitung wohnten, war das Alzheimer-Risiko demnach doppelt so hoch wie bei Personen, die weiter als 600 Meter von einer Hochspannungsleitung entfernt wohnten.

Dies selbst dann, wenn auch Unterschiede des Alters, des Geschlechts, der sozioökonomischen Position oder der Ausbildung berücksichtigt wurden. Lebten die Personen kürzere Zeit so nahe bei einer Leitung, war das Risiko entsprechend geringer.

Krank wegen Hochspannungsleitung?

Ab welchem Abstand kann eine Hochspannungsleitung gefährliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben?

Eine gültige Regel dazu gibt es nicht. Es gilt zu unterscheiden zwischen magnetischer Flussdichte, die von der Hochspannungsleitung ausgeht, von elektrischen Feldern der Leitung selbst. Unterschieden werden muss aber auch zwischen induzierten und angekoppelten Feldern, die im Baukörper selbst entstehen. Je nach Spannungsgrösse der Leitung kann auch eine Hochfrequenzstrahlung von der Hochspannungsleitung ausgehen, die selbst Baumasse durchdringen kann.

Das Grundstück muss deshalb vorab gemessen und die Immissionsverhältnisse bezüglich NISV-Grenzwerten und biologischen Reiz-Grenzwerten beurteilt werden.

Die Messungen müssen die oben erwähnten drei auf Mensch und Tier einwirkenden Immissionen aus Hochspannungsfreileitungen erfassen:

1. Magnetische Flussdichte
2. Elektrische Feldstärke Niederfrequenz
3. Elektrische Feldstärke Hochferequenz

Hochspannungsleitung – zu Punkt 1

Die Immissionen der magnetischen Flussdichte der Hochspannungsleitung sind bei tiefen Spannung relativ hoch und betragen im Bereich der Leitung in der Regel bis zu etwa 12m Abstand zur Leitungsachse, des öftern bis zu etwa 4μ (mikro) T (Tesla).

Die Immissionen der magnetischen Flussdichte der Leitungen sind bei hohen Spannungen etwas tiefer und betragen im Bereich der Leitung in der Regel bis zu ca. 12m Abstand zur Leitungsachse, des öftern bis zu ca. 2,5μ (mikro) T (Tesla).

Der Anlagengrenzwert der NISV-Gesetzgebung liegt bei 1 μT an Orten mit empfindlicher Nutzung, muss aber im Fall einer bereits bestehenden Anlage vom Betreiber der Leitung nicht eingehalten werden, wenn seine Leitung bezüglich Leiteranordnung bereits den bestmöglichen, optimierten Anlagenzustand entspricht.

Bei einem Neubau der Leitung muss möglicherweise damit gerechnet werden, dass aufgrund der bestehenden Anlagengrenzwerte auch in Räumen mit empfindlicher Nutzung die 1 μT eingehalten werden müssen.

Wenn das Grundstück bereits vor 23. 12. 2003 in der Bauzone eingezont war, so darf ohne Einschränkung auch bei Grenzwertüberschreitung gebaut werden.

Magnetische Flussdichte entsteht auch als sekundäre Transformatorenwirkung in schlaufenförmigen Gebilden, z.B. Zäune, Blitzschutzanlagen, Bauträger und Stahlkonstruktionen, Schlaufenförmige Leitergebilden z. B. aus Wasseranschluss (Wasserleitung) und Erdungsanschluss (Netzerdung) an Boileranlagen, etc.

Hochspannungsleitung – zu Punkt 2

Die Immissionen aus elektrischer Feldstärke der Niederfrequenz suchen sich an alle leitfähigen Körper anzukoppeln und laden diese entsprechend ihrer Kapazität. Bei einer Hochspannungsleitung mit niedriger Spannung sind diese Feldstärken schwächer und nicht so weitreichend, bei Leitungen mit höherer Spannung sind diese Feldstärken stärker und weitreichender.