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Neuer Mobilfunkstandart 5G für Handynetz

Die Swisscom und andere Telecomanbieter wollen den neuen Mobilfunkstandart 5G für ihr Handynetz durchsetzen. Schon Ende Jahr soll es losehen. Was bedeutet dies für die Handy-Nutzer?

Vom Parlament abgelehnt

Eine Lockerung der Grenzwerte wurde vom Ständerat vor einem Jahr verworfen. Trotzdem ist es unbesehen der gesundheitlichen Bedenken sicher: 5G wird kommen. Die neuen Frequenzen für 5G werden von der Kommunikationskommission Comcom vergeben. Das Parlament wird dieses Jahr der neuen Technik wohl zustimmen.

Was ist 5G?

Mit 5G bezeichnet man den neuen Mobilfunkstandard, der schnellere Datenverbindungen und grössere Kapazitäten bietet. Heute nutzen moderne Smartphones 4G, auch LTE (Long Term Evolution) genannt.

Wie viel schneller ist die Übertragung?

Heute sind mit 4G bei normalem Betrieb bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich. Künftig mit 5G wird eine Downloadgeschwindigkeit von 10'000 Megabit erreichbar sein, also 10 Gigabit oder 1,25 Gigabyte pro Sekunde. Das heisst: Der Download eines Spielfilms in 4K (braucht heute mehrere Minuten), wird dann nur noch ein paar Sekunden benötigen. Somit wird 5G auch die Option bringen, den Internetanschluss über Kabel oder Telefonleitung teilweise zu ersetzen.

Sind die Gesundheitsrisiken bekannt?

Nein. Aber es gibt Befürchtungen, dass die neue Übertragungstechnik die Gesundheit beeinträchtigt. Dr. med. Peter Kälin, Präsident der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz sagte in einem TV-Beitrag von 10vor10: «Wir sind skeptisch. Die neue Technologie funktioniert mit sehr kurzen Wellen. Wir sind für ein Moratorium. Gesundheitliche Folgen sind unbekannt. Die kurzwellige Funktechnik hat zur Folge, dass die Wellen über die Haut aufgenommen werden. Die Haut ist ein stark belastetes Organ bereits über die UV-Strahlung. Das könnte den Krebs fördern.»

Brauche ich jetzt ein neues Handy?

Nein. Denn 3G und 4G werden noch Jahre weiterbetrieben. In ein bis zwei Jahren werden Smartphones mit 5G-Empfang auf den Markt kommen. Vorher wird die Industrie USB-Sticks und Router für Laptops anbieten, die 5G empfangen können. Die Swisscom plant, Ende 2018 in ausgesuchten Städten gezielt 5G einzuführen. Grossflächig wird es aber erst für 2020 erwartet. Auch Salt und Sunrise rechnen mit diesem Zeithorizont.

Warum brauchts 5G überhaupt?

Die schnelleren Verbindungen sind in den Augen der Telekomanbieter nur ein Argument. Zusätzlich soll die neue Technik auch eine bis 1000-fach höhere Kapazität ermöglichen. Viele Menschen gemeinsam können eine stabile Verbindung nutzen.


Und der Stromverbrauch ist geringer. Experten rechnen damit, dass in den nächsten Jahren weltweit Milliarden von Geräten und Diensten ans Mobilfunknetz angeschlossen werden. So soll das sogenannte Internet der Dinge entstehen. Selbstfahrende Autos, Telemedizin oder auch intelligent gesteuerte Anlagen und Gebäude benötigen dann den Anschluss ans Datennetz.

Braucht es wegen 5G neue Handyantennen?

Die Gesetze in der Schweiz lassen es heute nicht zu, eine schnelle Umrüstung voranzutreiben. 90 Prozent des städtischen Gebiets können nicht auf 5G umgerüstet werden. Darum fordern die grossen Telekomanbieter wie Swisscom, Sunrise und Salt eine Lockerung der gesetzlichen Grenzwerte, damit die Leistung erhöht werden kann. Diese sind in der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung festgesetzt. Ohne Erhöhung der Grenzwerte seien neue Antennenstandorte im grossen Stil notwendig, drohen Swisscom und Co.

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