Küche
So verbannen Sie Strahlenfelder
Zwei Fachleute geben Tipps für zu Hause.
Elektrosmog in der Küche – dagegen können Sie etwas unternehmen: Ziehen Sie den Stecker Ihrer Küchengeräte nach Gebrauch heraus. Benützen Sie in erster Linie Glühlampen und verzichten Sie auf Verlängerungskabel.
Viele wehren sich lautstark gegen Elektrosmog, setzen sich ihm zu Hause jedoch unnötig aus – oft, ohne es zu wissen. Sie haben es aber selbst in der Hand, den Elektrosmog aus Ihrem Haushalt weitgehend zu verbannen.
In einer K-Tip-Serie geben Josef Peter* aus Illnau ZH und Kari Fischer* aus Luzern Tipps dazu. Beide haben eine langjährige Berufserfahrung als eidgenössisch diplomierte Elektro-Installateure und sind auf Elektrobiologie spezialisiert.
Erst die Felder feststellen
Strom betriebene Geräte sind von Feldern umgeben, die Sie messen können. Wenn die Geräte ausgeschaltet sind und am Stromkreis angeschlossen bleiben, wirkt ein elektrisches Feld. Und sobald das Gerät in Betrieb ist, entsteht zusätzlich ein magnetisches Feld. Dasselbe passiert bei Stromkabeln.
Mit einem kontaktlosen Phasenprüfer können Sie feststellen, ob ein elektrisches Feld vorhanden ist (erhältlich zum Beispiel bei der Migros für 31 Franken).
1. Verkabelung
- Schliessen Sie Lampen nur an einem einzigen Kabel an. Die Summe der Ströme im Elektrokabel ist gleich null – der Hinstrom ebenso gross wie der Rückstrom.
- Vermeiden Sie Verlängerungskabel. «Sie sind zusätzliche Quellen von Elektrosmog», sagt Josef Peter. Wählen Sie bei Neubauten abgeschirmte Kabel; sie bieten Schutz vor elektrischen Feldern.
- Wenn Sie einen Installateur benötigen: Beauftragen Sie einen Fachmann, der die Elektrosmog-Problematik kennt (siehe unten).
- Lassen Sie die Stromkabel nicht dort verlegen, wo Sie normalerweise stehen oder sitzen – also nicht den kürzesten Weg quer unter dem Küchenboden wählen. «Ideal ist der Unterbau der Küchenkombination», sagt Fischer.
2. Toaster, Mixer, Kaffeemaschine
- Achten Sie beim Kauf auf dreipolige Stecker; das Gehäuse ist so geerdet.
- Geerdete Geräte mit Metallgehäusen verhindern Felder weitgehend. Häufig ist's nicht möglich, die Metallteile auf den ersten Blick zu erkennen. Fragen Sie beim Kauf, ob mindestens der Motor mit einem Metallgehäuse abgeschirmt ist.
- Wenn Sie ein Gerät nicht brauchen: Ziehen Sie den Stecker immer aus. Gute Dienste bietet hier eine Steckerleiste mit Schalter.
- Je weiter weg das Gerät, desto schwächer das Feld. «Sie müssen den Mixer ja nicht gleich an den Bauch drücken», so Fischer. Er empfiehlt für Küchengeräte generell eine Sicherheitsdistanz von einem Meter.
3. Mikrowellenherd
- Für Josef Peter kann der Mikrowellenherd einer der grossen Strahlungsherde sein. Die Strahlung liegt im Hochfrequenz-Bereich (im gleichen Bereich wie der Mobilfunk) und bewirkt, dass die Eiweiss-Moleküle zu schwingen beginnen und das Kochgut so gar wird.
- «Wenn Mikrowelle, dann sollte das Gerät einmal im Jahr auf undichte Stellen hin getestet werden», rät Peter. Fragen Sie schon beim Kauf, ob Ihr Geschäft diese Tests durchführen kann. Und: «Kinder gehören während des Mikrowellen-Kochens nicht in die Küche.»
- Vorsicht bei wenig Kochgut: Alte Geräte stellen sich nicht auf die Menge ein und verbreiten unnötige Strahlung.
4. Kochherd/Backofen
- Glaskeramikfeld: Es ist am Elektrosmog-ärmsten mit separatem Hauptschalter. Wenn der Kochherd ausgeschaltet ist, können sich keine Felder mehr aufbauen.
- Gasherd: Unproblematisch sind die herkömmlichen Herde. Die neuen Gasherde aber lassen per Knopfdruck den Funken springen, was Strom benötigt und Felder erzeugt. «Das ist unnötig», sagt Fischer.
- Gusseisen-Kochplatten: Sie sind unproblematisch.
- Induktions-Kochherd: Er ist nicht empfehlenswert, weil er ein zusätzliches Hochfrequenz-Feld erzeugt.
- Backofen: je nach Herdtyp (siehe oben). Auch hier gilt: Sicherheitsabstand von einem Meter einhalten und «während des Backvorgangs keine Plauderstunden neben dem Ofen veranstalten», so Fischer.
5. Kühlschrank
- Der Kühlschrank sollte nicht an einer Zwischenwand zum Schlafplatz stehen. Weil das Gerät ja immer angeschlossen ist, können die elektrischen und magnetischen Felder Schlafprobleme verursachen. Dasselbe gilt für Kochherde mit eingebauter Uhr.
6. Beleuchtung
- Glühbirne: Gibt noch immer das Elektrosmog-ärmste Licht.
- Fluoreszenz-Leuchten (Neonröhren): Können Störstrahlung haben. «Das erkennen Sie, wenn Sie die Hand unter die Röhre halten und diese zu strahlen beginnt, obwohl sie nicht eingeschaltet ist», sagt Peter. Drehen Sie den Stecker um: Durch das Umpolen verschwindet das Feld (gilt auch für andere Lampen). Und: Wenn Neonröhren, dann mit Metallgehäuse und -raster. * Dimmer erzeugen starke Felder. Wenn sie aber ganz aufgedreht sind, bilden sich schwächere Felder.
- Halogen-Leuchten: Transformatoren möglichst weit weg von Menschen anbringen. Leuchten erden, auch wenn sie eine kleine Spannung (12 Volt) aufweisen.
7. Materialien
- Peter und Fischer empfehlen Holz und Steinabdeckungen.
- Für Liebhaber von Chromküchen: Geerdeter Chromstahl ist ein guter Leiter und vermeidet Felder.
Josef Peter ist Präsident des Instituts für biologische Elektrotechnik Schweiz (IBES) und Ausbildner in Elektrobiologie-Fachbetrieben;
Kari Fischer ist Berater bei der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) und Ausbildner am Institut für Baubiologie in Zürich.
Weitere Infos:
- Institut für biologische Elektrotechnik Schweiz (IBES), Telefon 0848 87 87 88
- Institut für Baubiologie (SIB), Beratungstelefon 0848 840 048
Elektrosmog und Gesundheit
Elektrosmog plagt die Schweizer vor allem zu Hause, die Schweden am Arbeitsplatz – und die Italiener gar nicht: Sie verbinden Gesundheitsprobleme nicht mit Elektrosmog.
Subjektive Eindrücke und Pauschalurteile zwar, aber klar die Tendenz in einer Studie von Christopher Müller: Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Hygiene und Arbeitsphysiologie der ETH hat 100 Kurzberichte von elektrosensiblen Schweizerinnen und Schweizern ausgewertet und das Ergebnis mit europäischen Untersuchungen verglichen. Fazit der Kurzberichte: Schweizerinnen und Schweizer sind überzeugt, dass in den eigenen vier Wänden in erster Linie der Computer krank macht, dann Fernseher, Radio, Radiowecker, die Verkabelung und die Haushalt-Geräte.