Wohnbereich

So vermeiden Sie Strahlenfelder

Fachleute geben Tipps fürs Schlafzimmer, den Wohnraum und das Kinderzimmer.

Strahlen- und Magnetfelder können das Wohlbefinden beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, Elektrosmog im Schlafzimmer und im Wohnbereich zu vermeiden. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Körperbeschwerden und Schlafstörungen mit Elektrosmog zusammenhängen, machen Sie folgendes Experiment: Schrauben Sie beim Zubettgehen die Sicherung Ihres Schlafzimmers heraus und benützen Sie eine Taschenlampe – dies konsequent während eines Monats.

Es kann sein, dass sich Betroffene zwei Wochen schlechter fühlen, bevor eine Besserung eintritt. In einer K-Tip-Serie gibt Josef Peter Tipps, wie Sie Elektrosmog aus dem Wohnbereich verbannen können.

Sofortmassnahmen

  • Rücken Sie das Bett 10 Zentimeter von der Wand weg. Auch in Wänden können durch Elektroleitungen Strahlenfelder entstehen.
  • Verzichten Sie auf Verlängerungskabel – oder benützen Sie möglichst kurze.
  • Für alle elektrischen Geräte gilt: Ziehen Sie den Stecker nach Gebrauch heraus. So können Sie elektrische Felder im Kabel vermeiden (wenn das Gerät in Betrieb ist, entstehen zusätzlich magnetische Felder). Gute Dienste bietet hier eine Steckerleiste mit Schalter. Sie können den Strom auch per Lichtschalter an der Steckdose unterbrechen.

Raumplanung und Kabel

  • Schlaf- und Wohnzimmer sollten möglichst weit weg sein von Küche, Büro und Waschküche. Wenn nicht anders planbar: Kühlschrank, Computer und Waschmaschine nicht an die Schlafzimmer-Wand platzieren.
  • Steigleitungen und Verteilanlagen nicht an die Wände von Schlaf- und Wohnzimmer verlegen. Treppenhaus, Gang und Bad eignen sich besser für die Erschliessung.
  • Lassen Sie Kabel sternförmig verlegen, dabei aber Schlaf- und Sitzplätze aussparen. Das heisst: Kabel nicht wie eine Wäscheleine zur Stehlampe, zum Video, Luftbefeuchter und wieder zurück zur Steckdose führen, sondern jedes Gerät einzeln anschliessen lassen.
  • Wählen Sie für Neubauten geschirmte Kabel – sie lassen elektrische Felder erst gar nicht entstehen. Je nach Material und Ort sind jedoch geschirmte Kabel nicht nötig. Seriöse Fachleute machen Sie darauf aufmerksam.
  • In Altbauten ist es schwierig, neue Kabel zu verlegen. Sie können Ihre Wohnung aber mit Netzfreischaltern nachrüsten, was vor allem in Schlafräumen sinnvoll ist. Diese unterbrechen den Stromkreis automatisch, wenn kein Gerät in Betrieb ist. Damit entstehen ebenfalls keine elektrischen Felder. Zudem ist es nicht mehr nötig, den Stecker eines Gerätes herauszuziehen. Wichtig ist, dass die Geräte ganz ausgeschaltet sind – also nicht im Stand-by-Modus belassen. Klären Sie zunächst ab, ob ein Netzfreischalter überhaupt notwendig ist: Lassen Sie eine elektrobiologische Messung machen. Achten Sie auf fachgerechte Installation mit Kontroll-Lampe. Kosten pro installierten Netzfreischalter rund 400 Franken – eventuell plus Kosten für Anpassungen. Verlangen Sie einen Kostenvoranschlag.

Darauf sollten Sie achten:

Tipps fürs Schlafzimmer

  • Bei zweipoligen Steckern können Sie mit einem kontaktlosen Phasenprüfer (z.B. aus der Migros, Fr. 30.-) feststellen, ob ein elektrisches Feld vorhanden ist. Wenn ja, rät Peter, den Stecker um 180 Grad zu drehen, «und das Feld ist reduziert».
  • «Computer und Fernseher gehören nicht ins Schlafzimmer», sagt Josef Peter. Zudem empfiehlt er möglichst wenig elektrische Geräte. Wenn Sie auf den Fernseher nicht verzichten wollen: Schalten Sie das Gerät ganz aus – also nicht im Stand-by-Modus belassen.
  • Wählen Sie Nachttischlampen mit Glühbirnen – Energiespar- oder Halogen-Leuchten können ein starkes Magnetfeld erzeugen. Wenn kein Netzfreischalter vorhanden ist, können Sie ein geschirmtes Kabel verwenden. Führen Sie das Kabel immer weg vom Schlafplatz.
  • Wenn der Radiowecker ein Kabel hat, sollten Sie ihn mindestens einen Meter weg vom Kopf platzieren.
  • Wählen Sie keine Bettgestelle aus Metall, auch keine Federkernmatratzen. Sie enthalten Metallfedern, die Felder aufnehmen und verstärken können.
  • Verzichten Sie auf Heizdecken und Heizkissen – «sie können grosse Felder erzeugen», sagt Fischer. Das ist besonders für Kranke – die Hauptbenützer solcher Kissen – nicht erwünscht.
  • Wasserbetten erzeugen elektrische und magnetische Felder. Das können Sie vermeiden, wenn Sie das Bett beim Schlafengehen 3 Grad wärmer aufheizen als empfohlen und anschliessend den Stecker herausziehen. Während der Nacht sinkt die Temperatur zwar etwas ab. Eine Schurwoll-Auflage gleicht die Temperatur aus.

Tipps fürs Kinderzimmer

  • Stellen Sie das Kinderbett zehn Zentimeter weg von der Wand.
  • Ziehen Sie Kabel von Klemmlampen nicht unters oder um das Kinderbett.
  • Babyphon: Der Abstand zum schlafenden Kind sollte mindestens zwei Meter betragen.
  • Spielsachen und Geräte, die mit Batterien betrieben sind, erzeugen nur schwache Felder. Wenn Sie trotzdem einen Recorder mit Kabel haben: Stecker nach Gebrauch immer herausziehen.
  • Das gilt auch für elektrisch betriebenes Spielzeug wie Rennbahn oder Eisenbahn. Platzieren Sie die Trafos möglichst weit weg vom Kinderbett.

Tipps fürs Wohnzimmer

  • Der Abstand zum Fernseher sollte mindestens zwei Meter betragen. Lüften Sie nachher den Raum, um die ionisierte, verbrauchte Luft auszutauschen.
  • Dimmer erzeugen weniger starke magnetische Felder, wenn sie ganz aufgedreht sind. Platzieren Sie den Lichtregler möglichst weit weg von den Sitzplätzen. * Halogen-Leuchten: «Wenn schon Halogen-Leuchten, dann Hochvolt-Lampen», rät Peter. Sie brauchen keinen Trafo. Niedervolt-Lampen hingegen erzeugen starke Magnetfelder und kommen nicht ohne Trafo aus. Platzieren Sie den Trafo möglichst weit weg von Sitzplätzen. Besonders viel Strom fliesst zudem im dazugehörenden Drahtseilsystem.
  • Telefon: Verwenden Sie herkömmliche Telefone mit Kabelanschluss. Schnurlose Telefone können starke, hochfrequente Felder bewirken, vor allem so genannte Dect-Telefone, die zudem noch die umstrittene, pulsierte Strahlung aufweisen. Wenn Sie solche Telefone haben: Ziehen Sie mindestens in der Nacht den Netzstecker heraus.
  • Tuffsteinbrunnen bestehen zwar aus teurem Stein, sind aber oft mit billigen Pumpen ausgestattet, «deren Felder noch in zwei Meter Entfernung messbar sind», so Fischer.

Weitere Infos:

  • Institut für biologische Elektrotechnik Schweiz (IBES), Telefon 0848 87 87 80
  • Institut für Baubiologie (SIB), Beratungstelefon 0848 840 048