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Handystrahlen verursachen Hirntumore bei Ratten

In einer neuen Tierstudie aus den USA entstanden bei Ratten Hirntumore. Die Tiere wurden zuvor Handystrahlung ausgesetzt. Die Studie wurde vom amerikanischen National Toxicology Program (NTP) durchgeführt.

Die Studie wurde Mitte 2016 veröffentlicht. Die Arbeit ist offenbar die bisher grösste Tierstudie zum Thema Handystrahlen und Krebs. Dabei wurden Ratten von ihrer Zeit im Mutterleib an bis zu zwei Jahren nach ihrer Geburt Radiowellen mit einer Frequenz von 900 Megahertz ausgesetzt, wie sie von modernen Handys emittiert werden.

Die Tiere wurden während 18 Stunden am Tag immer 10 Minuten lang am ganzen Körper bestrahlt, dann folgte eine gleich lange Pause – was einer täglichen Bestrahlungsdauer von 9 Stunden entspricht. Bei den bestrahlten Ratten bildeten sich zwei Tumorarten, die bei den nicht exponierten Kontrolltieren nicht vorkamen.

  • So war bei 2 bis 3 Prozent der bestrahlten Ratten ein bösartiges Gliom im Gehirn gewachsen.
  • Bei rund 1 bis 6 Prozent der exponierten Tiere stellten die Forscher im Herzen und in anderen Organen ein sogenanntes Schwannom fest, einen meist gutartigen Tumor des Nervensystems.
  • Die Gliome und Schwannome entwickelten sich vorwiegend bei männlichen Ratten, während ihre weiblichen Pendants mehrheitlich verschont blieben.

Handystrahlen sind nicht harmlos, dies hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) bereits 2011 klargemacht. Nach dem Studium der bis dahin vorliegenden Untersuchungsresultate stufte die WHO-Behörde die Handystrahlung als «möglicherweise» krebserregend ein.